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12. August 2020 | FPÖ, Inneres, Untersuchungsausschuss

Die Polizei und das kriminelle Ibiza-Netzwerk

Maßgebliche Beschuldigte sollen für die Kriminalpolizei als Informanten gearbeitet haben.

Während die Abgeordneten des Ibiza-Untersuchungsausschusses nach wie vor auf die Lieferung des Videos warten, werden immer mehr schockierende Details über die mutmaßlichen Produzenten und deren hervorragende Kontakte zur Kriminalpolizei bekannt.

Von Anfang an stand zu befürchten, dass durch die Schaffung der „Soko Tape“ im Innenministerium für die Ermittlungen zur Herstellung und Verbreitung des Ibiza-Videos der Bock zum Gärtner gemacht wurde. Denn das seit 2008 vom ÖVP-nahen Beamten Franz Lang geleitete Bundeskriminalamt (BK) muss hier möglicherweise selbst Spuren verwischen.

Ibiza-Detektiv als Polizei-Spitzel

Mittlerweile ist bestätigt, dass sowohl der als hauptverdächtig geltende Detektiv Julian H. als auch weitere Personen aus seinem Umfeld, die mutmaßlich an der Ibiza-Produktion beteiligt waren, Informanten der Kriminalpolizei gewesen sein dürften. Es sind Namen von Projekten bekannt, in denen verdeckt gegen kriminelle Strukturen ermittelt wurde – unter Einbindung späterer Ibiza-Akteure. Es sind auch Namen von Polizisten aus dem Büro der verdeckten Ermittler bekannt, die diese Personen „geführt“ haben sollen. Und über diese Wege soll den Ermittlern die Existenz des Videos schon im Frühjahr 2018 bekannt gewesen sein – also mehr als ein Jahr, bevor Ausschnitte über deutsche Medienberichte am 17. Mai 2019 an die Öffentlichkeit gelangten.

Prozess um weitere Videos

Fragen der FPÖ zu diesem Komplex brachten den Leiter der "Soko Tape", Andreas Holzer, im U-Ausschuss in Bedrängnis. Er wollte sie nur in geheimer Sitzung beantworten, die aber noch aussteht.

Indessen ergab sich an einer juristischen Nebenfront, dass die „Ibiza-Methode“ wohl öfter zum Einsatz kam. Gegen die ehemalige Lebensgefährtin eines Mannes aus dem Umfeld der Ibiza-Bande wurde mittels Videofalle-Material für einen Sorgerechtsstreit beschafft. Das kriminelle Potential des Netzwerks lässt sich aus ihrer Zeugenaussage erahnen. Sie berichtete, im Zuge des Sorgerechtsstreits mit Mord bedroht worden zu sein. Und zum Prozess reiste sie mit dem Zug an, weil zuvor die Reifen ihres Autos aufgestochen waren...


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