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12. Jänner 2019 | Umwelt, Wirtschaft

Europa opfert seine Automobilindustrie

Den CO2-Grenzwert bis 2030 um 37,5 Prozent zu senken, bedeutet das Aus für Benzin- und Dieselautos. Und damit für hunderttausende Arbeitsplätze.

Eine Woche vor Weihnachten haben die Vertretungen der EU-Staaten, des Europaparlaments und der Kommission den asiatischen Automobilherstellern das Weihnachtsgeschenk ihres Lebens gemacht: Mit dem Beschluss, die Grenzwerte für CO2 bei Autos schon bis zum Jahr 2030 um 37,5 Prozent abzusenken, wird das Ende für konventionelle Benzin- und Dieselautos – und damit der europäischen Autoindustrie – eingeläutet.

Technisch einfach nicht machbar

Derzeit liegt der rechnerische Durchschnitt für den CO2-Ausstoß in Autoabgasen in Europa bei 118 Gramm CO2 pro Kilometer – so niedrig wie sonst nirgends. Die neue, extreme Wertesenkung durch die Brüsseler Bürokratie ist mit Verbrennungsmotoren nicht zu erreichen.

Eine Verbrennung bedeutet immer Kohlendioxid als Produkt dieser chemischen Reaktion. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Verbrauch und Verbrennung. Bei einem CO2 Ausstoß von rund 60 Gramm pro Kilometer dürfte ein Auto nur noch 2,6 Liter pro 100 Kilometer – im sogenannten Flottenverbrauch – verbrauchen. Also reine Illusion nach dem derzeitigen Stand der Technik.

Elektroautos kaum gefragt

Für die Automobilindustrie bedeutet das, mehr Elektroautos zu bauen – auch wenn die niemand kauft, weil sie teurer sind und schlechtere Leistungen als Verbrenner bieten. Und, wie die „Financial Times“ urteilte, wird der Umstieg auf Elektroautos für die europäische Autoindustrie zu einem Himmelfahrtskommando: „Für die europäischen Autokonzerne ist die Umstellung auf Elektrofahrzeuge wie ein Schlachtschiff. Und es ist ein Schlachtschiff mit einer meuternden Crew. Wie die europäische Politik mit der Kapitulation der französischen Regierung in dieser Woche bei den Dieselsteuern feststellte, ist es nicht so einfach, grün zu werden. Es wird noch schwieriger werden, wenn die Elektroauto-Produktion steigt.“

Für Batterien nötige Rohstoffe gehen aus

Die völlig unterschätzten Probleme der Klimarettungs-Enthusiasten liegen in der erhöhten Belastung der Rohstoffversorgung. Zur Herstellung der Lithium-Ionen-Batterien wird Kobalt benötigt. Die größten Vorkommen liegen in der Demokratischen Republik Kongo, und dessen Regierung hat Anfang Dezember ihre Lizenzgebühren für Bergbauunternehmen zum Abbau des Minerals verdreifacht.

Bliebe als Alternative Nickel, dessen beste Lager bereits in den kommenden zehn Jahren in Europa erschöpft sein werden. Bleibt also dann nur noch die Nickelgewinnung aus lateritischen (niederwertigen) Erzen mittels Hochdruck-Säurelaugung mit absolut katastrophalen ökologischen Folgen, weshalb selbst das umweltpolitisch unerfahrene Indonesien diese Nickelgewinnung stark eingeschränkt hat.

China als einzige Rohstoff-Alternative

Jetzt sind Europas Elektroautohersteller von Chinas Batterieproduzenten abhängig, die den Weltmarkt beherrschen. Dem will die EU mit Fördergeldern entgegenwirken. Nur wie? Laut „Financial Times“ brauchten selbst die erfinderischen Koreaner 20 Jahre, um von der Produktion auf Basis der japanischen Technologie zu einer eigenen zu kommen. Und die hatten keine EU-Normen zu beachten.

Zurück nach Europa. Die Reaktion der Autoindustrie auf das Brüsseler Diktat: „Niemand weiß heute, wie die beschlossenen Grenzwerte in der vorgegebenen Zeit erreicht werden können.“ – Aber was interessieren die Eurokraten schon derartig unnötige Details?


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