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24. November 2020 | Frauenpolitik

Gewaltschutzgipfel: Schönen Worten und Diskussionen müssen endlich auch Taten folgen!

FPÖ-Frauensprecherin Ecker: "Warum die verpflichtende Beratung für Gefährder erst ab Juli 2021 starten soll, ist nicht nachvollziehbar."

„Alle sind sich einig: Bei Gewalt gegen Frauen darf man nicht wegsehen, und wir müssen gemeinsam etwas gegen Gewalt an Frauen und Mädchen tun und handeln. Den schönen Worten und Diskussionen müssen endlich auch Taten folgen. Die von Frauenministerin Raab angekündigte Aufstockung des Budgets ist lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte heute, Dienstag, FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker zur ÖVP-Pressekonferenz von Frauenministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer.

Langes Warten auf Therapieplatz

„Um wirklich etwas bewirken zu können, ist es daher nötig, dass man diesen politischen Willen auch mittels entsprechender Budgetzahlen erfasst. Die ÖVP muss nun dafür Sorge tragen, dass für diesen Bereich endlich genügend Geld zur Verfügung gestellt wird, denn die Frauenhäuser sowie Frauenvereine sind die ersten Anlauf- beziehungsweise Hilfestellen für betroffene Frauen und müssen finanziell gut aufgestellt sein, um ihre Arbeit leisten zu können“, erklärte Ecker. „Warum die verpflichtende sechsstündige Beratung für Gefährder erst ab Juli 2021 starten soll, ist nicht nachvollziehbar. Überdies braucht es Sonderregelungen für die Therapie für von Gewalt betroffenen Frauen, die oft monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen.“

Mehr häusliche Gewalt durch Corona

In Wahrheit sei es für unsere Gesellschaft beschämend, dass es einer sechzehntätigen Kampagne bedürfe, um das Thema Gewalt an Frauen noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken. „Leider ist auch der Anstieg der Gewaltvorfälle gegen Frauen in den eigenen vier Wänden eine der fatalen Folgen der Cocid-19-Pandemie“, verwies Ecker auf vorliegende Zahlen, wonach nicht nur die Beratungszahlen aus dem Jahr 2019 weit überschritten wurden, sondern auch die real erfassten Wegweisungen und ausgesprochenen Betretungsverbote.

Bedenkliche Zahlen aus Prävalenzstudie

Noch immer werde jede fünfte in einer Beziehung lebende Frau von ihrem Partner, ob Ehemann oder Lebensgefährten, misshandelt. Jede dritte Frau wurde bereits einmal Opfer von sexualisierter Gewalt. Es sei traurige Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller österreichischen Frauen bereits körperliche Gewalt erfahren haben, wies Ecker auf die österreichische Prävalenzstudie zu Gewalt an Frauen und Männern hin. „Das Spektrum reicht von der ‚leichten Watschen‘ übers Verprügeln bis zur psychischen Gewalt. Aktives Hinsehen und Hilfe aus dem persönlichen Umfeld sind ebenso wichtige Hilfestellungen wie auch die Tatsache, dass wir diesen steigenden Zahlen mit ausreichend finanziellen Mittel wirksam entgegentreten müssen. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen können und dürfen nicht mehr toleriert werden“, bekräftigte die FPÖ-Frauensprecherin.


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