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19. September 2018 | Innenpolitik

HC Strache zu Kern-Abgang: "Wette gewonnen!"

SPÖ-Chef hatte im ORF gewettet, dass er länger Parteiobmann sein werde als Strache. Nun ist er stattdessen auf der "Flucht" nach Brüssel.

Fotomontage: SPÖ Presse und Kommunikation / flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Der Dienstag Abend überraschend angekündigte Rücktritt Christian Kerns als SPÖ-Chef hat bei den Freiheitlichen durchwegs positive Reaktionen ausgelöst – wenngleich Kern ja erst im Frühjahr 2019 Richtung Brüssel entschwindet.

"Kürzester Bundeskanzler und kürzester Parteichef"

Parteichef HC Strache konnte sich auf seiner Facebook-Seite einen Seitenhieb auf Kerns Wette im ORF-"Klartext" am 25. April, er würde länger Parteichef sein als Strache, nicht verkneifen: „Ich würde sagen: Wette gewonnen! Nach bereits 13 Jahren als FPÖ-Parteichef habe ich die Wette gegen den kürzesten Bundeskanzler der Zweiten Republik damals gerne angenommen. Nunmehr dürfte Kern auch der kürzeste SPÖ-Parteichef gewesen sein, wenn er nach der EU-Wahl - wie heute verlautbart - als Obmann zurücktritt. Ein EU-Spitzenkandidat Kern ist wahrlich eine bizarre Überraschung!“ Ob Kern die damals verwettete „Flasche guten Rotweins“ nun auch bezahlt, wird gespannt erwartet.

"Beweis für desolaten Zustand der Sozialdemokratie"

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky meint, dass Kern mit seiner „Flucht“ Richtung Brüssel den „Beweis für den desolaten Zustand der einst so stolzen Sozialdemokratie" liefere. Diese sei "europaweit, von Frankreich bis Italien, in Auflösung". Kern wolle nur vor dem Scherbenhaufen, den er hinterlasse, weglaufen. "Er ist als Kanzler gescheitert, nun auch als SPÖ-Chef und versucht jetzt sein Glück in Brüssel". Dabei werde er aber mit einem "großartigen Wahlergebnis für die FPÖ auf den Boden der politischen Tatsachen zurückgeholt".

"Absoluter Schwachsinn" wurde Realität - warum geht Kern nicht gleich?

„Wenn der Slim fit-Anzug nicht mehr passt und der Bürger auf der Straße Kurzzeit-Kern nicht mehr kennt, wird die Flucht nach vorne angetreten. Was bis vor kurzem noch als ‚absoluter Schwachsinn‘ bezeichnet wurde, ist nun Realität. Real ist aber auch das Sittenbild der SPÖ, wo dieser ‚Schwachsinn‘ und ‚Mumpitz‘ gelebt wird, ohne Rücksicht auf den Wähler und Österreich“, wundert sich auch der zweite freiheitliche Generalsekretär Christian Hafenecker über Kerns Rücktritt auf Raten und fragt sich: „Warum geht er nicht gleich? Seine roten Genossen werden ihm ja auch weiter bis zum neuen Job in Brüssel aus ihren leeren Kassen das Geld der Mitglieder als ‚Unterstützungsfonds‘ zukommen lassen.“

Keiner in der SPÖ will Kern-Nachfolger werden

Die Nachfolge-Diskussion in der SPÖ dürfte sich als schwierig erweisen: Alle potentiellen Kandidaten von Peter Kaiser über Hans Peter Doskozil bis zu Doris Bures haben bereits abgewunken. „Die Bundes-SPÖ hat in den letzten Stunden ausschließlich Absagen erteilt bekommen. Anscheinend will keiner den Chefposten der Roten von Christian Kern übernehmen“, bringt es der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus auf den Punkt. Auch von Seiten der Wiener SPÖ gäbe es aussichtsreiche Kandidaten. „Neben einem Nachrücken von Andreas Schieder wäre auch die Berufung von Wien-Bürgermeister Michael Ludwig denkbar“, weiß Gudenus. Das würde vermutlich das Ende der rot-grünen Wiener Rathauskoalition besiegeln.


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