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18. März 2020

Politik muss Großbaustellen „Corona-sicher“ machen

FPÖ-Bundesparteiobmann Hofer: "Auf vielen Großbaustellen leben Menschen auf engstem Raum in Wohnconainern mit zu wenigen Sanitäranlagen."

Viele Menschen arbeiten mittlerweile von zuhause aus. In manchen Berufen ist das aber nicht möglich – beispielsweise am Bausektor. „In dieser Woche bekamen wir mehrere Zuschriften von besorgten Menschen, deren Angehörige auf großen Baustellen arbeiten. In diesen Zuschriften wird geschildert, dass oft keinerlei Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ergriffen wurden. In einem Fall wurde geschildert, dass über 300 Menschen auf engstem Raum in Wohnlagern mit wenigen Sanitäranlagen zusammen leben müssen. Hier muss die Politik dringend handeln“, fordert FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer.

Pönale-Zahlungen aussetzen

Weitere Kritikpunkte in einem der Schreiben ist der Umstand, dass von Auftraggeberseite den bauausführenden Firmen lediglich mitgeteilt werde, dass die Arbeiten unbedingt weitergehen müssen. Hofer fordert hier einen Schulterschluss, der allerdings von der Politik ausgehen müsse. „ÖBB und ASFINAG haben mit den bauausführenden Firmen Verträge abgeschlossen, die natürlich auch trotz Corona-Krise gelten. Wenn Baufirmen nun die Arbeit einstellen, riskieren sie hohe Pönalzahlungen. Es kann aber nicht sein, dass nur aufgrund dieses wirtschaftlichen Drucks die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird“, ist Hofer überzeugt.

Mehr Baucontainer und Sanitäranlagen

Er appelliert daher an Verkehrsministerin Leonore Gewessler, aktiv zu werden: „Die Ministerin sollte den großen Infrastrukturunternehmen den Auftrag geben, die Großbaustellen so zu adaptieren, dass die bauausführenden Firmen die Möglichkeit haben, durch zusätzliche Maßnahmen wie mehr Baucontainer oder Sanitäranlagen den bestmöglichen Schutz der Arbeiter vor dem Corona-Virus sicherzustellen. Auf diesen dadurch entstehenden Mehrkosten dürfen aber nicht die Baufirmen sitzen bleiben. Bei Baustellen wie Semmering- oder Koralmtunnel mit einem Gesamtvolumen im Milliarden-Euro-Bereich sind auch diese Mehrkosten verkraftbar. Der Schutz der Menschen geht hier mit Sicherheit vor.“

Kranke Arbeiter helfen niemandem

Es sei niemandem geholfen, wenn sich Arbeiter auf der Baustelle mit dem Corona-Virus infizieren – denn dann steht unter Umständen das gesamte Bauprojekt für mehrere Wochen. Hofer: „Infrastrukturausbau ist wichtig. In Zeiten der Corona-Krise müssen aber auch hier die entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden.“


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