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11. Juni 2021 | FPÖ, Innenpolitik

„Jeder soll seinen Beitrag zu unserem großen Aufbruchsprojekt einbringen“

Der designierte neue Bundesparteiobmann der FPÖ, Herbert Kickl, erklärt im NFZ-Interview seine Ziele für die Partei und für das Land.

„Jeder soll seinen Beitrag zu unserem großen Aufbruchsprojekt einbringen“ - Der designierte neue Bundesparteiobmann der FPÖ, Herbert Kickl, erklärt im NFZ-Interview seine Ziele für die Partei und für das Land.

Foto: FPÖ

Herr Klubobmann, ihre Kür ist im Bundesparteipräsidium ohne die von den Medien erwarteten Reibereien über die Bühne gegangen. Haben Sie das erwartet?

Kickl: Wir Freiheitlichen diskutieren unsere Angelegenheiten in den Gremien. Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern des Bundesparteipräsidiums für die sehr offene Diskussion zur Entscheidungsfindung. Alle Unkenrufer im Vorfeld dieser Sitzung sind damit Lügen gestraft worden. Daher freut es mich umso mehr, dass ich heute einstimmig zum Bundesparteiobmann vorgeschlagen wurde. Das letzte Wort hat allerdings der Souverän der Partei, die Delegierten zum Parteitag.

Wie bewerten Sie die mediale Diskussion der letzten Tage über die erwartete Wahl zum Bundesparteiobmann?

Kickl: In habe in den letzten Tagen in der Rolle des politischen Beobachters eine interessante Erfahrung gemacht: Nämlich die, wie viel Aufmerksamkeit und Interesse dem Wechsel an der Spitze der Freiheitlichen Partei entgegengebracht wurde. Was da an Artikeln, Kommentaren und Analysen gekommen ist, hat eine Dimension erreicht, die mich überrascht hat. Dass so viel Aufmerksamkeit einer Partei zu Teil wird, von der viele bisher gesagt haben, dass sie eigentlich für die innenpolitische Entwicklung des Landes unbedeutend geworden ist. Das Gegenteil ist also der Fall, die Freiheitliche Partei ist heute ein Schlüsselspieler im politischen System der Zweiten Republik. Die Medienresonanz der letzten Tage und Wochen hat beweisen, dass man uns sehr viel Positives für die Entwicklung dieses Landes zutraut.

In den Medien wurden sie als Kontrast zu Norbert Hofer bezeichnet. Da der besonnene Hofer, dort der polternde Kickl. Welcher Führungsstil ist von Ihnen zu erwarten?

Kickl: Ich habe in den letzten 25 Jahren in verschiedensten Funktionen viel Erfahrung gesammelt, die Partei sozusagen von der Pike auf kennengelernt, beginnend bei dem großen Lehrmeister Jörg Haider. Ich habe in diesen Jahren viele tragende Säulen der Partei kennen und wertschätzen gelernt. Da rede ich von unzähligen Funktionären und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die das wertvollste, das sie haben, ihre Zeit, in den Dienst der freiheitlichen Sache stellen. Daher weiß ich, welche enorme Kraft in diesem Team der Freiheitlichen Partei drinnen steckt. Meine Aufgabe wird es sein, diese positive Energie, die unserer Bewegung innewohnt, zur Entfaltung zu bringen. Mein Führungsstil ist ganz einfach: Führen durch Zulassen. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit meinen Stellvertretern, mit den Landesobleuten, den Obleuten auf allen politischen Ebenen der Partei und den Funktionären alle Hebel in Bewegung zu setzen, um jede PS aus diesem freiheitlichen Motor herauszuholen. So werden wir die Partei aufstellen, damit sie für alle Eventualitäten gerüstet ist.

Und ihr persönlicher Stil?

Kickl: Ich werde das Projekt in Angriff nehmen, ohne mich zu verbiegen. Ich lade alle ein, ihren Beitrag zu diesem großen freiheitlichen Aufbruchsprojekt zu leisten. Ich glaube, wir werden dazu bei der ersten Bewährungsprobe, der Landtagswahl in Oberösterreich, bereits Früchte ernten können.

Was haben die Österreicher von einer FPÖ unter Herbert Kickl zu erwarten?

Kickl: Wir Freiheitlichen sehen uns in erster Linie in einer Koalition mit den Menschen im Land, die die Hoffnung haben, dass in diesem Land endlich eine andere Politik gemacht wird. Das sind die Menschen, die darauf hoffen, dass man ehrlich mit ihnen umgeht, mit ihnen geradlinig kommuniziert und ihnen konkrete Antworten auf ihre Fragen gibt. Unsere Politik bleibt eine vitale, geradlinige und empathische – und keine sterile technokratische Politik, wie man sie derzeit von Seiten der türkisen ÖVP sieht.

Der politische Hauptgegner ist also in erster Linie die ÖVP?

Kickl: Logischerweise wird das eine Auseinandersetzung mit der türkisen Volkspartei werden. Denn die glaubt, ohne Widerstand einen Staat im Staat aufbauen und betreiben, den Menschen die Freiheit einschränken und wegnehmen oder die Eigenständigkeit und Souveränität unserer Heimat Österreich aufs Spiel setzen zu können. Unsere Einstellung dazu ist eine völlig andere: Die Aufgabe des Staates ist es, die Freiheit des Einzelnen zu schützen und die Identität unserer Heimat und unserer Bevölkerung zu bewahren. Ich denke, dass am Ende nicht nur die Freiheitliche Partei der Gewinner sein wird, sondern auch die österreichische Bevölkerung.


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