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19. August 2022 | Landesverteidigung

JETZT den Truppenübungsplatz Allentsteig an neue Herausforderungen anpassen!

TÜPL könnte als Sicherheitsinsel mit eigener Küche und Biomasse-Energieversorgung völlig autark werden - Heer könnte sich Millionen an Stromkosten ersparen.

„Der Truppenübungsplatz Allentsteig verfügt als größter Truppenübungsplatz Österreichs über ein Alleinstellungsmerkmal. Er ist nicht nur flächenmäßig der größte Übungsplatz des Österreichischen Bundesheeres, sondern er ist auch der leistungsfähigste. Gerade deshalb muss der TÜPL Allentsteig unbedingt mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden, damit er den neuen Herausforderungen auch gerecht werden kann. Dafür wird aber auch das notwendige Budget benötigt: Alle Parteien haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Landesverteidigungsbudget auf 1,5 Prozent des BIP anzuheben. Trotzdem gibt es immer noch keinen Cent mehr, es müssen daher endlich statt nur leeren Worten seitens der ÖVP und Klaudia Tanner auch Taten folgen“, so der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Alois Kainz.

Änderungen beim Brandschutz können nur erster Schritt sein

„Erst im vergangenen März kam es, ausgelöst durch Artillerie-Schießübungen am Truppenübungsplatz Allentsteig, zu einem großflächigen Waldbrand. Um künftig im Falle von Großbrandereignissen effizienter reagieren zu können, beantragte das Truppenübungsplatzkommando eine Teil-Organisationsänderung für den TÜPL. Die beabsichtigte Änderung beim Brandschutzzug in Verbindung mit den dafür zusammenhängenden Elementen begrüße ich grundsätzlich, jedoch ist es falsch, hier Stopp zu machen, vielmehr sollte man die Gunst der Stunde nutzen, um umfassende Reformen durchzuführen. Aus meiner Sicht ist der geplante Entwurf für die Organisationsänderung nämlich nur ein Teil einer viel umfangreicheren und unbedingt notwendigen Änderung“, forderte Kainz.

Keine einzige autarke Kaserne in Österreich

„Die Bedrohungslage hat sich, ausgelöst durch den Ukraine-Russland-Krieg, auch für Österreich gravierend verändert. Zudem ist auch die Gefahr eines Blackouts, also eines flächendeckenden Stromausfalls, derzeit so hoch wie noch nie. In punkto Truppenübungsplatz Allentsteig wäre daher nun umso wichtiger das Tor, das sich durch die derzeitige Organisationsplan-Änderung geöffnet hat, tatsächlich zu nutzen um den TÜPL Allentsteig weiterzuentwickeln. Ich fordere bereits seit Längerem die Strukturierung des Truppenübungsplatzes Allentsteig als dritte Sicherheitsinsel Niederösterreichs. Laut der Beantwortung einer meiner parlamentarischen Anfragen haben wir in Österreich derzeit keine einzige Kaserne, die zumindest für 14 Tage autark ist. Die 100 wichtigsten Liegenschaften des Bundesheeres werden derzeit entsprechend einem Fünf-Jahres-Plan von 2021 bis 2025 für zumindest 14-Tage autark ausgestaltet, wobei hier die Autarkie für den Truppenübungsplatz Allentsteig erst 2025 hergestellt werden soll. Dies ist absolut unverständlich, denn er verfügt bereits jetzt über einige Anforderungen an eine Sicherheitsinsel, und durch die Wiedereinführung der Truppenküche und durch Sicherstellung der eigenen Wärmeversorgung würde der Standort in Allentsteig sogar alle nötigen Anforderungen erfüllen. Sicherheitsinseln müssen ohnedies autark sein, somit verfügt der Truppenübungsplatz sogar über mehr Voraussetzungen als eine autarke Kaserne“, erklärt Kainz.

Biomasse-Heizwerk wäre leicht zu realisieren

„Anstatt die Autarkie auf Österreichs größtem Truppenübungsplatz schneller herzustellen, zahlt das BMLV lieber Millionen an die EVN. Alleine in den Jahren 2010 bis 2019 hat die Wärmeversorgung der beiden am TÜPL A befindlichen Kasernen, der Liechtenstein-Kaserne und dem Lager Kaufholz, nahezu 6,4 Millionen Euro gekostet. Das Bizarre daran ist, dass der Truppenübungsplatz Allentsteig sämtliche Ressourcen hätte, um die Wärmeversorgung im Rahmen eines Biomasse-Heizwerkes für die beiden Kasernen selbst sicherzustellen. Das Personal für die Schadholzaufarbeitung gibt es nämlich bereits sowie auch die notwendigen Geräte sind ohnedies bereits an Ort und Stelle und im Einsatz. Die eigenständige Wärmeversorgung wäre für das Bundesheer auch wirtschaftlich gesehen besser, zumal auch noch die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen besteht", weiß Kainz.

Viele Vorteile durch eigene Truppenküche

Auch in punkto Wiedereinführung der Truppenküche würde man sich einiges ersparen: Alleine in den Jahren 2012 bis 2021 wurden 2,5 Millionen Kilometer für den Transport der gekühlten Speisen in Niederösterreich zurückgelegt! "Der derartig hohe CO2 Ausstoß und der vermehrte Verpackungs- und Plastikmüll belastet unsere Umwelt, ohne dass es irgendeinen Nutzen gibt, ganz im Gegenteil, die Nachteile liegen klar auf der Hand. Erschwerend kommt auch noch dazu, dass im Falle einer Cyberattacke oder eines Anschlags auf die Maximiliankaserne die gesamte Verpflegungskette in Niederösterreich zusammenbrechen würde", warnt Kainz. Durch eine Wiedereinführung der Truppenküche und die Errichtung eines Biomasse-Heizwerkes am Truppenübungsplatz Allentsteig würde man jedoch durch einen verhältnismäßig geringen Aufwand für den Standort Allentsteig schnell die 14-tägige Autarkie gewährleisten und zeitgleich sogar einen weiteren Standort für eine Sicherheitsinsel schaffen.

Vermehrt Rekruten aus der Region heranziehen

Zur geänderten Bedrohungslage gehöre aber auch, dass das Personal der wachsenden Urbanen Trainingsanlage (UTA) Steinbach aufgestockt wird, um unsere Soldaten bestmöglich auf Bedrohungsszenarien vorzubereiten. "Zusätzlich wäre auch die Aufstellung einer zusätzlichen Ausbildungskompanie mit Rekruten unbedingt notwendig, denn damit hätten wir einerseits ein Feinddarstellungselement für's Üben, und andererseits könnten wir durch die neu geschaffenen Arbeitsplätze gewährleisten, dass im Sinne 'Waldviertler Burschen rücken im Waldviertel ein' mehr Soldaten aus der Region auch in der Region ihren Dienst verrichten können. Unterstützend könnte man hier den Synergieeffekt nutzen, und bei Bedarf könnte die zusätzliche Ausbildungskompanie auch die UTA Steinbach personell unterstützen“, so Kainz.

Aufwertung für Region und Standort

„Mit FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek haben sich damals die Bürgermeister der ASTEG Gemeinden gemeinsam mit dem damaligen Truppenübungsplatzkommandanten des TÜPL Allentsteig getroffen, um mit ihm über die Wünsche und Anliegen zu sprechen. Mir ist nicht bekannt, dass es von den regionalen Landtags-, und Nationalratsabgeordneten der ÖVP und Grünen sowie auch von sonstigen wichtigen Entscheidungsträgern der Region wie etwa dem Regionalverband - indem alle Abgeordneten, Bürgermeister und Vertreter der Wirtschaft sitzen – aktuelle Initiativen oder Unterstützungen in Bezug auf die Stärkung des Standortes TÜPL Allentsteig, gibt. Das ist für mir unverständlich, denn hier könnte nicht nur die Sicherheit gestärkt werden, sondern schlussendlich würde auch die Region und der Standort allgemein davon profitieren“, betonte Kainz.


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