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21. Jänner 2019

„Leserbrief-Aktion“ der Gewerkschaft sorgt für Ärger

Vida-Funktionär schickte Rundmail mit vorgefertigtem Leserbrief für die „Krone“ an Betriebsräte – Ministerin Hartinger-Klein ist schockiert und fordert Entschuldigung.

Foto: SPÖ Wien/flickr (CC BY-NC 2.0)

Bei der SPÖ und ihren Vorfeldorganisationen könnte man wirklich meinen, Tal Silberstein wäre nach wie vor als Berater tätig. Mit einer „Leserbrief-Aktion“ sorgt nun die Gewerkschaft vida für Ärger. Deren oberösterreichischer Landessekretär schickte nämlich ein Rundmail an alle Betriebsratsmitglieder (inkl. Ersatz) aus dem Fachbereich Gesundheit, in dem er sie aufforderte, einen von ihm vorgefertigten „LeserInnenbrief“ über die Personalnot in den Spitälern „anzupassen“ und an die „Kronen Zeitung“ zu schicken. „Gerade angesichts der kommenden AK-Wahl und diverser Drohungen der Regierung ist es besonders wichtig, dass wir uns hinter die AK stellen und ihre Leistungen sichtbar machen“, heißt es im Rundschreiben.

Wiener SPÖ-Kommunikationschef: „Inhaltlich sehr gut“

Noch eins drauf setzt der Kommunikationschef der SPÖ Wien, Raphael Sternfeld, der via Twitter nichts Schlimmes an der Aktion sehen will. Er schreibt: „Es geht um den Personalmangel in den Spitälern. Auf den soll aufmerksam gemacht werden, und das halte ich inhaltlich für sehr gut.“

Letztklassiges „Negative Campaigning“

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein zeigt sich jedenfalls schockiert über die Vorgangsweise der Gewerkschaft vida, mit gefälschten Leserbriefen "Negative Campaigning" zu betreiben. „Die Betriebsratsmitglieder auffordern, einen vorgefertigten Leserbrief an die „Kronen Zeitung“ zu schicken, um negative Stimmung gegen die türkis-blaue Bundesregierung zu machen, ist letztklassig“, kritisiert Hartinger-Klein.

Vida in Geiselhaft der SPÖ?

Die Bundesministerin appelliert an die Gewerkschaft, aber auch an die Arbeiterkammer, nicht mehr als Vorfeldorganisation der SPÖ zu agitieren. „Die Gewerkschaft vida befindet sich anscheinend in Geiselhaft der SPÖ. Ein Stopp der Silberstein-Methoden und die Rückkehr zur Vernunft sind höchst an der Zeit“, so Hartinger-Klein, die eine Stellungnahme und Entschuldigung der Gewerkschaftsspitze einfordert.

„Krone“ hat den Schmäh durchschaut

Die „Kronen Zeitung“ hat den Schmäh jedenfalls durchschaut und berichtet unter der Überschrift „Neuer Leserbrief-Skandal bei den Sozialdemokraten“ groß darüber. Auch in den sozialen Medien gehen die Wogen hoch. Tenor: „schäbige Methoden“.


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