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10. September 2020 | Untersuchungsausschuss

Luxuspension der Casinos-Chefin ist ein Staatsgeheimnis

Martin Graf vermutet, dass sich Bettina Glatz-Kremsner ihre üppige Zusatzpension vorzeitig auszahlen lassen könnte

Um ein Haar wäre die Befragung der Casinos-Austria-Vorstandschefin Bettina Glatz-Kremsner abgebrochen worden. Im weiteren Verlauf haben sie der Vorsitzende, der Verfahrensrichter und der Verfahrensanwalt vor meinen Fragen in Schutz genommen. Ehrliche Antworten darauf kämen wohl bei den fleißig arbeitenden Bürgern in Österreich gar nicht gut an.

Von Martin Graf

Ich habe versucht, Details über den Vorstandsvertrag der ehemaligen stellvertretenden ÖVP-Obfrau zu bekommen. Ich bin der Ansicht, dass wir Abgeordneten und damit die Bürger ein Recht auf diese Informationen haben. Denn die CASAG sind ein teilstaatlicher Betrieb. Die Aufsichtsräte, die diese Traumgagen genehmigen, werden teilweise von der Republik bzw. ihrer Staatsholding ÖBAG eingesetzt.

Millionenabfertigung trotz Verbleib im Unternehmen

Schon 2019 hat Bettina Glatz-Kremsner im Zuge der Änderung ihres Vertrags mehr als 1,7 Millionen Euro an Abfertigung erhalten. Und das obwohl sie im Konzern blieb, sogar zur Chefin des Vorstands aufstieg. Doch das wäre eine Kleinigkeit im Vergleich zu der Summe, die sie erhalten würde, wenn sie sich ihre Zusatzpension vorzeitig auszahlen lassen würde.

Ich habe Hinweise darauf erhalten, dass Frau Glatz-Kremsner genau das vorhaben könnte. Es könnte ihr eine achtstellige Summe einbringen – mehr als 10 Millionen Euro. Noch hat sie nicht kassiert, wie sie heute nach mehreren Versuchen, meine Fragen abzudrehen, ausgesagt hat – und auch keinen Antrag gestellt. Aber was nicht ist, kann noch werden.

Zusatzpension könnte schrumpfen

Die Zusatzpension könnte nämlich schrumpfen. Die wirtschaftliche Lage ist nicht rosig und die Eigentümer könnten auf die Idee kommen, die Rückstellungen für die Betriebspensionen auf das gesetzliche Mindestmaß von zehn Prozent zu reduzieren. Dann wäre laufende Zahlung der Pension vom wirtschaftlichen Erfolg in ferner Zukunft abhängig. Ein gutes Argument, seine Schäfchen rechtzeitig ins Trockene zu bringen.

Zadic und U-Ausschuss-Vorsitz blamieren sich

Die Befragung der CASAG-Chefin hätte um ein Haar abgebrochen worden. Dass gegen sie laut schriftlicher Auskunft der Justizministerin Alma Zadic an den Untersuchungsausschuss ein Strafverfahren läuft, war ihr nämlich nicht bekannt und damit auch nicht der Umstand, dass sie sich deswegen der Aussage entschlagen könnte. Nach ziemlichem Chaos stellte sich die Auskunft als Falschinformation durch Zadic heraus. Es laufen demnach keine Ermittlungen gegen Glatz-Kremsner. Die Befragung konnte fortgeführt werden. Eine wahnsinnige Peinlichkeit für Zadic, aber auch für den U-Ausschuss-Vorsitz, der diesen Hinweis offenbar übersehen hat.


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