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17. Mai 2020 | FPÖ, Medien

„Unsere Themen bleiben und waren richtig“

Mit dem Nachrichtenmagazin „profil“ sprach FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl über das Ibiza-Video und über die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise.

Foto: FPÖ

profil: Sie haben die Abspaltung des BZÖ 2005 und im Vorjahr Ibiza erlebt. Was war schockierender?
Kickl: Beides bedeutete einen enormen Schaden. Ibiza hat mehrere Dimensionen. Zum einen ist da die moralische Komponente um den Videoauftritt zweier ehemaliger FPÖ- Protagonisten. Eigentlich müsste die Zerknirschtheit dieser Herren so groß sein wie ihre Überheblichkeit im Video. Aber bei einem der beiden ist die Überheblichkeit gleichgeblieben. Strache verfügt auch nach einem Jahr über keine Selbstreflexion. Die zweite Dimension von Ibiza ist die kriminelle Komponente. Wer die Auftraggeber sind, weiß man immer noch nicht.

profil: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie das Video gesehen haben?
Kickl: Ich war enttäuscht, dass uns eine derartige Bombe ins Koalitionsgepäck gelegt wurde. Du versuchst als Minister, freiheitliche Programmatik in die Regierungsarbeit einzubringen. Und es läuft gut, aus Sicht der ÖVP fast zu gut. Und dann merkst du von einer Sekunde auf die andere, dass du von Anfang an auf einem Supervulkan gesessen bist.

profil: Die Partylaunen von Strache waren doch FPÖ-intern bekannt.
Kickl: Dass dieses Protzgehabe kein Nebenaspekt, sondern Straches bestimmende Charaktereigenschaft war, ist eine Nebenerkenntnis aus dem Video. Es gab schon zuvor Diskussionen über die Ibiza-Urlaube. Denn was macht es für ein Bild, wenn der Chef einer sozialen Heimatpartei in Nobeldiskotheken herumhängt. Von Strache wurde das immer zum Familienurlaub verklärt.

profil: Sind für die FPÖ Ergebnisse über 20 Prozent wieder möglich?
Kickl: Wenn man von 26 Prozent kommt, muss das der Anspruch sein. Unsere Themen waren und bleiben richtig. Das zeigt auch die Corona-Krise. Plötzlich bekommen Grenzen eine neue Bedeutung, Selbstversorgung und Regionalität. Als wir das forderten, wurden wir von Globalisierungsfanatikern als Hinterwäldler verspottet.

profil: Das einzige Thema der FPÖ sind Ausländer. Damit kommen Sie in der Corona-Krise nicht mehr durch.
Kickl: Erstens sind wir nicht monothematisch. Zweitens bleibt das Asylthema bestehen. Und drittens sind wir es, die die Bürger vor dieser Masseneinlullung durch die Regierung schützen.

profil: Ist die FPÖ die Partei der Corona-Leugner? Sie sagen, das Virus wäre nicht gefährlicher als eine Grippe.
Kickl: Das ist ja keine Meinungsfrage, und ich bin kein Virologe. Aber ich glaube, dass wir näher an der Grippe dran sind als an den apokalyptischen Szenarien, die der Bundeskanzler prophezeit hat -Corona sei quasi so tödlich wie Ebola und so ansteckend wie eine Grippe.

profil: Sie beklagen die Einschränkung der Grundrechte. Als Innenminister wollten Sie die Überwachungsmöglichkeiten ausbauen.
Kickl: Was ich als Minister auf den Weg brachte, betraf die organisierte Kriminalität, also Schwerstverbrecher. Und selbst bei diesen Maßnahmen waren richterliche Genehmigungen oder Rechtsschutzbeauftragte vorgesehen. Das ist etwas komplett anderes als die flächendeckenden Überwachungsfantasien der ÖVP. Als Nächstes wollen sie vielleicht noch jedem Bürger einen Corona-Chip implantieren.


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