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08. April 2019 | Sport, Wirtschaft

Unterschätzter Wirtschaftsfaktor Sport: Österreich EU-weit führend

Sportminister HC Strache: "Es gibt im Sport viele wirtschaftliche Aspekte wie Tourismus und Nächtigungszahlen, Großveranstaltungen, den Handel, aber auch sozio-ökonomische Effekte."

Sport ist ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor, ganz besonders in Österreich. Dies verdeutlicht eine EU-weite Wertung, in der der Anteil des Sports am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen wurde. Österreich führt hier mit 4,1 Prozent vor Deutschland (3,9), Polen (2,3) und Großbritannien (2,2), der EU-Durchschnitt liegt bei 2,12 Prozent. "Wenn es um die wirtschaftliche Kraft im Sport geht, sind wir Europameister", stellte denn auch Sportminister Heinz-Christian Strache am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien gemeinsam mit Christian Helmenstein, Geschäftsführer SportEconAustria, und Anna Kleissner, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport & Gesellschaft der Sport Strategie Austria, stolz fest:
"Sport tut gut - der Wirtschaft, der Gesellschaft und jedem einzelnen".

6,7 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr

In Zahlen ausgedrückt beträgt die Brutto-Wertschöpfung durch Sport im Bereich Beherbergung und Gastronomie am meisten, nämlich 3,915 Milliarden Euro im Jahr, das sind 172.000 sportrelevante Übernachtungen. Es folgen „Erziehung und Unterricht“ mit 1,167 Milliarden und der Einzelhandel mit 1,585 Milliarden Euro (die Werte stammen von den letzten verfügbaren Wertungen aus dem Jahr 2016). Der Kernbereich des Sports, also die Tätigkeit der Vereine, die Aktivitäten von Profisportler und sportlerinnen , Trainer und Trainerinnen sowie der Betrieb von Sportanlagen liegen mit 920 Millionen Euro nach dem Gesundheitswesen und dem Landverkehr erst an sechster Stelle. Im Vergleich ist die Wertschöpfung des Sports damit höher als jene der Bauwirtschaft in Österreich.

Viele wirtschaftliche Aspekte

Verfügbar sind diese europaweiten Vergleichsziffern durch eine Initiative der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2006. "Es gibt im Sport viele wirtschaftliche Aspekte wie Tourismus und Nächtigungszahlen", sagte Strache, und verwies auch auf die sozio-ökonomischen Bereiche, die man nicht außer Acht lassen könne. Zudem hätten auch Bewerbungen für Sport-Großereignisse einen großen wirtschaftlichen Effekt. Mittels Sport-Satellitenkonto werden alle sport-bezogenen Aspekte erfasst, um ein exaktes Bild über die wirtschaftliche Bedeutung des Sports zu erhalten. 

Ehrenämter bringen viel Gewinn

Um die tatsächliche Wirtschaftskraft zu messen, müsse der Sport genau definiert sein. In einem Kernbereich wird demnach nur der Betrieb von Sportanlagen, Sportvereinen, Fitnesszentren und Aktivitäten im Profisport erfasst. Sport im engeren Sinn bezieht sich auch auf die zur Sportausübung erforderlichen Güter und Dienstleistungen, etwa Produktion und Handel. Sport im weiteren Sinn inkludiert zudem etwa Beherbergung, Gastronomie, Sport-Tourismus sowie nicht zuletzt das umfangreiche Lotterie- und Wett-Wesen.

Fast 300.000 Arbeitsplätze im Sport

Noch höher als der Wertschöpfungsbeitrag ist der Sport-bezogene Beschäftigungsanteil mit 7,13 Prozent oder 295.000 Erwerbstätigen. Nicht unterschätzt werden sollte – neben den fiskalischen Einnahmen von rund 123 Millionen Euro jährlich, das ist deutlich mehr als die Sportförderung - auch die Dimension der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Sport-Bereich. Schätzungen gehen dabei von 0,82 Prozent des BIP aus.


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