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14. Dezember 2018 | Umwelt

Verbot von „Plastiksackerln“ hilft der Tierwelt

Plastikmüll-Reste in immer mehr Tierarten und sogar schon in Gesteinsschichten nachgewiesen.

Seit 1950 werden weltweit immer mehr Plastikprodukte produziert und oft völlig fahrlässig in Seen, Flüssen oder ins Meer entsorgt. Mittlerweile kommt das Plastik wieder zu uns zurück – nämlich über die Nahrungskette. Neben Fischen sind vor allem Seevögel und Meeresschildkröten zunehmend mit Mikroplastikteilchen kontaminiert.

Österreichs Bundesregierung macht im Kampf gegen die Plastikproblematik ernst und verbietet das „Plastiksackerl“ beginnend ab dem Jahr 2020.

Verbot von Einweg-Plastik bis 2021

Damit folgt sie sowohl dem vom EU-Parlament auf den Weg gebrachten, umfassenden Verbot von Einweg-Plastikprodukten bis 2021, als auch der im Regierungsprogramm konsequent geforderten Umweltstrategie, die auf eine Hinwendung zu nachhaltigen Alternativen in diesem Bereich zielt. Biologisch vollständig abbaubare (Bioplastik-)Sackerln sollen verstärkt als Alternative zum Einsatz kommen.

Zudem wird es ein Verbot von Mikroplastikpartikeln in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln bis 2020 geben. Insgesamt müssen bis 2025 nachweislich rund 20 bis 25 Prozent der Plastikverpackungen reduziert werden.

Auch Österreich muss handeln

"Dieses Vorbild wird nun hoffentlich im restlichen Europa und auch global Schule machen und somit zu einer Entlastung der durch Plastikmüll immer massiver verschmutzten Ozeane beitrage", fordert die freiheitliche EU-Abgeordnete Barbara Kappel, die sich schon seit Längerem für Alternativen zu Plastik und für eine funktionierende Kreislaufwirtshaft engagiert. "Auch die Tierwelt wird durch solche Maßnahmen entlastet, ist sie doch als Bestandteil der Ökosysteme ebenso Leidträger des Plastikmüllproblems, auch in Österreich", so Kappel.

Die Umweltorganisation „Global 2000“ hat heuer bei einer Erhebung im Zeitraum zwischen Mai und September knapp eine Tonne in der Natur sowie rund 12.500 Liter an Abfällen im öffentlichen Raum Österreichs dokumentiert.

Typischer Müll in der Natur sind Verpackungen sehr kurzlebiger Konsumgüter wie Getränkeflaschen und -Becher, Essens-Schachteln und auch Zigarettenstummel.

Nicht auszuschließen ist damit auch die Nahrungsaufnahme von Plastik durch Tiere.

Sechs Kilo Plastik in Walmagen

Wie wir in der NFZ-Reihe „Wie werden wir das Plastik los“ bereits aufgezeigt haben, landen gerade Artikel aus Mikroplastik in der Umwelt und belasten Tiere und Pflanzen aufgrund der nahezu unmöglichen Abbaubarkeit des Produktes.

Mittlerweile besteht mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren aus Plastik. Wale, Delphine oder Vögel, die qualvoll an gefressenem Plastik sterben, sind keine Seltenheit mehr. Traurige Schlagzeilen machte erst kürzlich ein in Indonesien gestrandeter Wal, der an ganzen sechs Kilo Plastikmüll in seinem Magen qualvoll verendete. Unter anderem fanden Einsatzkräfte 25 Plastiksackerln, einen Nylonsack, 115 Plastikbecher, zwei Flip-Flops und rund 1.000 weitere Plastikteile in dem Tier.

Indonesien ist nach China der weltweit zweitgrößte Verursacher von Plastikmüll. Das Land produziert demnach jährlich 3,2 Millionen Tonnen an falsch gehandhabtem, also nicht recycelbarem Plastikmüll, davon gelangen 1,29 Millionen Tonnen ins Meer.

Kunststoff in Gesteinsschichten

Plastik wird laut der Organisation „Ocean Conservancy“ bereits in 60 Prozent aller Seevögel und unglaublichen 100 Prozent aller Meeres-Schildkrötenarten gefunden, ganz einfach, weil sie Plastik mit Nahrung verwechseln.

Wie tief Plastik mittlerweile seinen Abdruck in dieser Welt hinterlassen hat, verdeutlichen aber auch zwei weitere Beispiele sehr eindringlich.

Zum einen findet man Kunststoffe, die nicht natürlich vorkommen, in Gesteinsschichten. Wo man sonst tierische Fossilien oder Reste von historischen Gegenständen aus Stein oder Holz findet, stoßen Forscher mittlerweile auch auf Plastik. In den Schichten, die den Jahren ab 1950 entsprechen, wird das besonders deutlich. Denn zu dieser Zeit begann die industrielle Massenproduktion von Kunststoffen und ihre breite Verwendung im Alltag.

Auch Süßwasserfische betroffen

Zum anderen landet Mikroplastik in unserer Nahrungskette, da natürlich auch Speisefische Plastik über ihre Nahrung aufnehmen, betroffen dabei vor allem Meeresfische wie Dorsch, Makrele und Wittling, zudem immer häufiger Süßwasserfische.

Die Langzeitwirkungen dieses Problems sind bisher noch kaum erforscht. Man geht jedoch von negativen Begleiterscheinungen für den menschlichen Körper durch die Aufnahme von Plastik über Nahrungsmittel aus.


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