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18. August 2020 | Land- und Forstwirtschaft

Kälber-Aufzucht für heimische Bauern nicht mehr rentabel

FPÖ-Agrarsprecher Schmiedlechner: "Ohne Unterstützung ist die heimische Kalbfleischproduktion unwirtschaftlich - und Kälber werden ins Ausland verkauft."

„Die seit Wochen laufende Diskussion um die EU-weiten Kälbertransporte wirft ein total falsches Licht auf die heimische Landwirtschaft“, ärgerte sich FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner: „Viele Konsumenten fragen, warum wir unsere Kälber nicht im Land behalten und selber nützen. Leider ist die Kalbfleischproduktion für unsere Bauern unrentabel geworden. Die Politik der ÖVP hat in den letzten Jahren sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen abgeschafft oder auslaufen lassen. Deshalb braucht man sich nicht zu wundern, wenn Kälber oft schon früh verkauft werden und dann von Händlern ins Ausland exportiert werden. Paradox ist jedoch, dass parallel dazu Kalbfleisch, meist aus Holland, aber auch aus Belgien oder Spanien, nach Österreich importiert wird.“

Kälber werden schon mit 14 Tagen verkauft

„Der aktuelle Milchpreis liegt bei etwa 33 Cent, für Bio-Milch bekommt ein Bauer zirka 43 Cent. Ein Kalb trinkt etwa 10 bis 16 Liter Milch pro Tag, das sind 24 bis 30 Euro pro Woche nur für die Milch. Dabei wurde noch nicht einmal die Arbeit eingerechnet. Deshalb verkaufen viele Bauern lieber ihre Kälber bereits im Alter von 14 Tagen. Für ein Kalb mit 80 Kilo bekommt der Bauer zwischen 300 und 400 Euro, gleichzeitig kann er auch die Milch, die jetzt nicht für das Kalb benötigt wird, an die Molkerei verkaufen“, erklärte Schmiedlechner.

Rahmenbedingungen müssen sich ändern

„Solange es nicht wirtschaftlich ist, im Inland zu produzieren, werden die Kälber hin und her geführt. Speziell das Auslaufen der Milchmastprämie, aber auch die Abschaffung der Mutterkuhprämie hat den Fleischproduktionsstandort Österreich massiv und nachhaltig geschwächt. Daher müssen sich die Rahmenbedingungen endlich ändern, damit der heimische Bauer an der Rinder- und Kälbermast wieder etwas verdienen kann“, ist Schmiedlechner überzeugt.

Wann werden Köstinger und Bauernbund aktiv?

„Dafür bräuchte es aber endlich auch die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Zudem wären flankierende Maßnahmen der Agrarpolitik nötig. Gerade jetzt, wo die neue GAP ("Gemeinsame Agrarpolitik") verhandelt wird, sollten Maßnahmen wie etwa die Schaffung einer fixen Vollmilchkälber-Mastprämie, aber auch die Wiedereinführung der Mutterkuhprämie unbedingt berücksichtigt werden. Hier könnte endlich ÖVP-Ministerin Elisabeth Köstinger und der ÖVP-Bauernbund zeigen, wie ernst sie es mit der Unterstützung der heimischen Bauernhöfe meinen“, forderte Schmiedlechner, der selbst einen landwirtschaftlichen Rinderbetrieb führt.


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