Skip to main content
06. Jänner 2022 | Innenpolitik

ÖVP-Günstling und Pferdefreund Marihart ist nun davon galoppiert

Parlamentarische Anfrage der FPÖ und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben die späte Flucht aus dem Stall wohl ausgelöst

Paukenschlag in der Spanischen Hofreitschule. Der ÖVP-nahe Aufsichtsratsvorsitzende Marihart hat seine Reitgerte an den Nagel gehängt und ist aus dem Stall davon galoppiert. Die von der FPÖ im November 2021 eingebrachte parlamentarische Anfrage an die zuständige ÖVP-Ministerin Köstinger (https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/J/J_08652/fname_1012256.pdf) und die von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Ermittlung wegen Untreue haben wohl den Ausschlag für Mariharts Flucht gegeben. Im November wurde bekanntlich aufgedeckt, dass ein von Marihart gekauftes Privatpferd im weltberühmten Gestüt eingestellt wurde - dazu gab es dem Vernehmen nach auch noch kostenlose Reit-Ausbildung für die Tochter des ÖVP-nahen Aufsichtsratsvorsitzenden. „Diese Gemengelage hätte eigentlich bereits damals zum sofortigen Rücktritt Mariharts führen müssen. Ich habe auch die für die Spanische Hofreitschule verantwortliche ÖVP-Ministerin Köstinger aufgefordert, sofort zu handeln. Passiert ist freilich nichts. Dass nun Marihart von selber gegangen ist, kann ich als positiv vermerken - Frau Köstinger wird trotzdem noch Stellung beziehen müssen, warum sie fast zwei Monate lang geschlafen hat“, kündigte NAbg. Christian Hafenecker, freiheitlicher Fraktionsvorsitzender im ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss an und verwies damit auf seine parlamentarische Anfrage an die Tourismusministerin, die er wenige Tage nach dem Aufdecken des Skandals eingebracht hatte und deren Beantwortung am 17. Jänner 2022 fällig werde.

700.000 Euro Schaden

Die ganze Causa zeige, dass die ÖVP in den letzten Jahren wirklich alles dafür getan habe, um sich die Republik unter den Nagel zu reissen. Im Fall des Pferdeskandals sei seit dem Jahr 2013 nichts gegen die überzogene und nach Ansicht der Staatsanwaltschaft auch rechtlich nicht korrekte Pferdeliebhaberei des Aufsichtsratspräsidenten unternommen worden, ärgerte sich Hafenecker, der sich auch heute eine Stellungnahme von Ministerin Köstinger erwartet: „Mehr als ein Dankeschön an Marihart für seine Leistungen in den letzten Jahren ist Frau Köstinger heute nicht über die Lippen gekommen. Das ist zu wenig! Und ich erwarte mir auch, dass der vermeintlich entstandene Schaden, die laut Medienberichten durch die Wertsteigerung des Hengstes bei rund 700.000 Euro liegt, wieder gut gemacht wird.“


© 2022 Freiheitliche Partei Österreichs. Alle Rechte vorbehalten.